Aunfzigstes Kapitel.

Der Haß des Volkes.

Vor dem Kloster der Karmeliter-Barfüßerinnen hatten stch den Tag über beständig Gruppen von Menschen befunden, welche sich die Gebäude, wo so Unerhörtes vorgefallen, von allen Seiten betrachteten und dabei sich die Dinge erzählten, welche bier vorgefallen waren oder vorgefallen sein sollten, denn wie immer, blieb man auch hier nicht in den Gränzcn der Wahrheit.

Als es zu dunkeln anfing, mehrten sich die Gruppen, die eifrig sprechend, bald stehen blieben, bald hin- und hergingen. Wo ein Erzähler war, der besonders interessante Neuigkeiten mitzuthcilen hatte, sammelten sich schnell viele Zuhörer, und Bemerkungen wurden laut, die nicht zu Gunsten der Nonnen und überhaupt der Klöster ausstelen. Man sprach offen tiefe Abneigung gegen dieselben aus und der Wunsch wurde mehr als einmal laut, daß dem ganzen Wesen ein Ende gemacht werde.

Nur die Jesuiten fort," sagte Einer,dann zerfällt das andere Klosterwesen nach und nach von selbst."

Wir wollen nicht warten bis die Sache von selbst zu Grunde geht," sagte ein Anderer.Ein Haus, das von Menschen aufgebaut ist, kann auch von Menschen.eingcrissen werden. Laßt uns Hand an den Grund des Hauses legen und das Haus fällt dann schon von selbst ein."

Die Jesuiten sind der Grund dieses Hauses," nahm der Erste wieder das Wort.Beseitigt sie und das Werk ist gethan."

So wurde hin und her gesprochen und aus allen Worten sprach sich der tiefe Haß gegen das Klosterwcsen, und ganz besonders gegen die Väter der Gesellschaft Jesu aus, von denen Jemand geradezu behauptete, wenn sich dieser Orden die Gesellschaft Jesu nenne, so