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„Auch dieses wird nicht zu viel thun. darauf verlaß Dich. Freund. Es hat gleich zu Anfang der Sache viel versäumt, und ich denke mir schon den Ausgang. Die Sache wird bis zu einem gewissen Punkte fortgeführt werden, und dann läßt man sie nach und nach einschlafen. eine gänzliche Niederschlagung der Sache oder doch nur ein mildes Urtheil wird das Ende des Ganzen sein und der Eindruck wird nicht so stark genannt werden können, denn bis dahin ist die Angelegenheit der Karmeliterinnen durch neue Ereignisse in den Hintergrund gedrängt, sie tritt in den Schatten und wird schließlich halb und halb vergessen, bis vielleicht ein neues Klosterverbrechen die Welt in Aufruhr versetzt und vielleicht bewirkt, daß die Sündenregister der Klöster neu aufgefrischt werden. — Dann wiederholt sich das jetzige Spiel und endet auch jo, bis das Maaß endlich übervoll ist und das Klosterwesen zusammenstürzt. — Ob wir es erleben? Gott weiß es!"
„Ich hoffe es zu erleben!"
„Und ich wünsche es. Aber Wünsche sind eitel!"
Die Freunde gingen weiter, dann blieben sie wieder stehen und Kotowsky fragte: „Willst Du nicht Barbara sehen?"
„Es darf ja Niemand zu ihr." antwortete Soltyk. „Die gemiß- handelte Irrsinnige würde mich nicht wieder erkennen, für mich aber würde ihr Anblick wohl zu erschütternd wirken. Ich habe mir ein schauriges Bild von der Unglücklichen entworfen und fürchte, von der Wirklichkeit würde es übertroffen werden. Ich verlasse Krakau, um es vielleicht nie wieder zu betreten."
„Was aber willst Du noch thun?" fragte Kotowsky.
„Den Klöstern Haß bewahren." entgegnete Soltyk feierlich; „Haß so recht aus Herzensgründe. Rastlos null ich arbeiten an der Vernichtung des Klosterwesens, welches noch so wenig Segen, aber schon so viel Elend über die Menschheit gebracht. Ich will Gesinnungsgenossen werben und mit ihnen vereint Stein auf Stein aus der Grundveste reißen, auf denen das Klosterwesen ruht, und diese Arbeit soll so lange dauern, bis das ganze Gebäude zusammenbricht. Dieser Verein soll sich über die ganze christliche Erde ausbreiten. Willst Du dabei sein, Freund?"
„Gewiß!" entgegnete Kotowsky. Er reichte seinem Freunde die Hand und dann entschwanden Beide in der Nacht.
Die Untersuchung gegen die Nonnen wurde fortgesetzt, schritt aber langsam vorwärts und nach einigen Wochen schon wurden die gefangenen Nonnen wieder entlassen.
Barbara Ubrys starb, ohne das Licht der Vernunft zurückerhalten zu haben, ^zn 25.j Februar 1870 in Krakau und wurde in der Stille beerdigt, un^ <v Aufläufe und Kundgebungen zu vermeiden, und damit hatte da>?Drama seinen Abschluß gefunden.
Ende.

