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Aber was stand denn in dem Briefe? — Aus einer Stadt am Rhein, wo er Arbeit und Brod gefunden, hatte Heinrich zum letzten Male geschrieben; das war um Ostern hin gewesen. Da hatte er erzählt, wie ihn der liebe Gott bis dahin gut geführt; wie er überall gute Menschen gefunden, und wenig Hunger bis dahin gelitten; wie er sich etwas Geld gespart, um damit nach Holland zu reisen, und den Onkel aufzusuchen, und über Selmas Aeltern sich zu erkundigen.
Cs war aber Holland damals, was jetzt Amerika ist, das Land der Hoffnung für Jeden, dem es daheim nicht gefiel, und der sein Glück in der Fremde suchen wollte. Denn reich war damals Holland noch; es hatte viel Schiffe auf dem Meere gehen, und brauchte viel fremde Hände, und die ihm dienten, die bezahlte es gut, und hatte namentlich die Deutschen gerne als Soldaten und Handlungsdiener und Dienstboten. Nach diesem Holland stand auch Heinrichs Sinn. In diesem Lande war ja der Pathe und hatte es gut dort; von diesem Lande, seinem Reichthum, seiner Sauberkeit , seinen Schiffen und Kanälen hatte der Vater ihm so viel erzählt, und in diesem Lande sollten auch die Aeltern Selma's wohnen, und zwar in der Stadt Delft, die er sich genau gemerkt hatte, sowie nicht minder den Namen von Selma's Vater. Einzelne Andeutungen hatte zwar immer nur Justus davon gegeben, und liebte es um Selma's willen nicht, viel darüber zu reden; aber dem aufmerksamen Knaben war das Wenige nicht entgangen, und er beschloß es zu nützen. Auch hatte er in seinem letzten Briefe keinen Hehl daraus gemacht, und Selma war damals schon nachdenklich darüber ge-
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