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Freunde seyn auch in der Ferne und für einander beten. Ich bin ein alter knorriger Baum, dem thut das Ver­setzen nicht mehr wohl. Hier, wo ich geliebt und ge­litten habe, will ich auch sterben.

Am Tage vor der Abreise ging Selma von Haus zu Haus, Abschied zu nehmen; gab Jeder ihrer Ge­spielinnen ein Andenken, denn reichlich hatte sie ihr Großvater beschenken lassen; besuchte alle Plätze, die ihr lieb waren, Lenchens Grab und ihren Stand in der Kirche, das Plätzchen unter den Kirschbäumen, von dem man weit hinaus in die Ferne sieht, und den Wald, in dem sie zur Sommerszeit geruht und Erd­beeren gesucht. Und wie denn die Stunde des Schei­dens kam, da lag sie schweigend in den Armen der Aeltern und Geschwister, da konnte sie nichts rufen als Dank, dank euch Allen!" und fort ging's, der neuen Heimath, dem neuen Vaterhause zu.

18 . Das Wiederfinden.

Wieder waren zwei Jahre hingegangen. Selma war in's Haus des Großvaters eingetreten, und das Herz des alten menschenfeindlichen Mannes war weich geworden in der Liebe für seine Enkelin. Nun saß er ' nicht mehr allein unter seinen Blumen und Vögeln, ein Armer, Verlassener in Reichthum und Ueberfluß; an seine Brust schmiegte sich das holde Mädchen und ihre Hände glätteten die Furchen auf seinem Angesicht. Und mit inniger Rührung blickten Lewin und Mora auf die Tochter, das feste Band ihrer Wiedervereini­gung mit dem Vater. Alles war vergessen, das Leid der Jugend, der Groll des Vaters; die Prüfung war