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§. 198 .

Die Verzierung der Fenster und Thü- ren hängt hauptsächlich von dem guten Ge- schmacke des Baumeisters ab, die Zierden hiervon sind Streifen, Säulenglieder, Bauern­werk, Kragsteine *) (Consolen), Giebel­dächer, Kränze, mit oder ohne darunter lie­genden Fries, Blumengehänge, Felderzier­den re. re. Die einfachste Einfassung der Thüren und Fenster ist ein einfacher Strei­fen, der zur Breite den fünften oder sechs­ten Theil von der Fenster- und Thüröff­nung (nach der Breite genommen) bekommt. Wird die Brustlehne (Fensterbank) von Krag­steinen getragen, so stehen sie mitten unter der Einfassung, und sind eben so breit. Der Kranz über einem Thore oder Fenster erhält oberhalb an die Mauer hin einen Anlauf.

Wenn die Schäfte **) mit Säulen oder Pfeilern gezieret sind, wird der Säulenstuhl

*) Der Kragstein stellet das Ende eines an­der Mauer hervorragenden Querbalkens (wel-

cher gemeiniglich auf der hohen Kante liegt) vor; sie dienen nicht nur zur Unterstützung

der Kränze über den Thüren und Fenstern, und der Brustlehnen der letzteren, sondern

auch zur Unterstützung der Erker, Brustbilder

und anderer Dinge, die der Mauer vorstehen, und nicht von Säulen oder Pfeilern unter­stützet werden.

**) Schäfte sind die Mauern zwischen den Fen­stern und Thüren.