— 127 —
§. 198 .
Die Verzierung der Fenster und Thü- ren hängt hauptsächlich von dem guten Ge- schmacke des Baumeisters ab, die Zierden hiervon sind Streifen, Säulenglieder, Bauernwerk, Kragsteine *) (Consolen), Giebeldächer, Kränze, mit oder ohne darunter liegenden Fries, Blumengehänge, Felderzierden re. re. Die einfachste Einfassung der Thüren und Fenster ist ein einfacher Streifen, der zur Breite den fünften oder sechsten Theil von der Fenster- und Thüröffnung (nach der Breite genommen) bekommt. Wird die Brustlehne (Fensterbank) von Kragsteinen getragen, so stehen sie mitten unter der Einfassung, und sind eben so breit. Der Kranz über einem Thore oder Fenster erhält oberhalb an die Mauer hin einen Anlauf.
Wenn die Schäfte **) mit Säulen oder Pfeilern gezieret sind, wird der Säulenstuhl
*) Der Kragstein stellet das Ende eines ander Mauer hervorragenden Querbalkens (wel-
cher gemeiniglich auf der hohen Kante liegt) vor; sie dienen nicht nur zur Unterstützung
der Kränze über den Thüren und Fenstern, und der Brustlehnen der letzteren, sondern
auch zur Unterstützung der Erker, Brustbilder
und anderer Dinge, die der Mauer vorstehen, und nicht von Säulen oder Pfeilern unterstützet werden.
**) Schäfte sind die Mauern zwischen den Fenstern und Thüren.

