getauchten und gut ausgedrückten Schwamm ab, denn sonst würde sich der Zucker färben.
Gegen Verzierungen von gesponnenem Zucker habe ich bei Diners eine große Abneigung; wenn sie aber verlangt werden, so muß der Zucker zum letzten Grad gekocht werden. Beim Spinnen des Zuckers mußt du das Ganze in warmer Temperatur und ein Wenig davon in einem kleineren Zuckerlöffel in geschmolzenem Zustande erhalten, indem du den Löffel mit dem Zucker in heißes Wasser oder in ein mit heißer Asche halb ungefülltes Gefäß stellst.
885. 8eideufädeu oder gesponnener Zucker. Wenn du deinen Zucker bis zum siebenten Grade, sowie es oben angegeben wurde, gekocht hast, so bestreiche den Stiel eines Holzlöffels leicht mit Ocl und binde zwei Gabeln so zusammen, daß die Zinken nach auswärts stehen, rauche sie leicht in den Zucker, nimm sie heraus und schnelle sie über den Stiel des Löffels, den du in der linken Hand hältst, mit großer Geschwindigkeit hin und her, so daß der abslicßendc Zucker feine, seidenartige Fäden bildet und fahre so fort, bis du deren so viele hast, als du brauchst. Nimm sie dann von dem Löffel und forme sie mit den Händen in irgend eine beliebige Gestalt, so wie sie die Beschaffenheit des Gerichts, welches du damit verzieren willst, nothwendig macht, jedoch nicht zu dick, damit cs nicht schwer aussieht. Eine geübte Hand würde es vorziehen, diese Fäden aus dem Schnabel des Zuckerlöffels heraus zu spinnen.
Andere Verzierungen von Zucker werden aus ähnliche Weise gemacht, indem man eine Form oder ein Modell ganz dünn mit Oel bestreicht und die Zuckerfäden aus dem Schnabel des Zuckerlöffels heraus so geschmackvoll als möglich darüber zieht. Da jedoch ein weiteres Eingehen in die Einzelheiten die Grenzen dieses Merkchens überschreiten hieße, so bemerke ich nur noch, daß man

