218

XXXIV.

Ein nächtlicher Einbruch.

Malvina saß allein auf ihrem Zimmer und strickte neben dem Fenster. Manchmal blickte ste aus demselben auf die Straße hinaus, wie man es bei einer solchen Beschäftigung, welche keine besondere Aufmerksamkeit erheischt, wohl leicht thun kann. Ihre Mutter war, wie wir wissen, abwesend und sollte erst in vier bis fünf Tagen, nachdem sie ihr Geschäft, Subscribenten auf ihr Werk zu sammeln, beendigt haben würde, von London zurück­kehren. Als die Baronin Richmond verließ, hielt sie es nicht für nothwendig, Malvinen zu sagen, wie sie sich während ihrer Abwesenheit zu verhalten habe, sie kannte Malvina als ein gut gesittetes uud kluges Mädchen, uud nicht als ein leichtfertiges, unbedachtsames Kind. Sie wußte, daß Malvina mehr Acht auf sich haben würde während ihrer Abwesenheit als sonst. Von Seiten eines gefährlichen Liebhabers war nichts zu befürch­ten, da Malvina noch kein Liebesverhältniß hatte, es sei denn, daß die Baronin Derü als einen Liebhaber angesehen hätte. Der aber befand sich gegenwärtig ebenfalls in London und war der Baronin beim Sammeln von Subscribenten behilflich. Derü hatte eine ziemlich ausgebreitete Bekanntschaft in der Hauptstadt und stand nicht an, was gewiß manchen andern jungen Mann genirt hätte, von einem Bekannten zum andern zu gehen und zu bitten, daß mau aus das Werk der Baronin subscribire. Vielleicht hätte er keinem Andern einen solchen Dienst geleistet, welcher doch immer viel Aehnlichkeit mit einer Bettelei hat; da es aber für die Mutter Malvina's geschah, so unterzog er sich diesem Dienst gern, wobei ihn Zengei und die Grafen Fellegi und Galantay redlich unterstützten. Der Erstere verschaffte ihm in Julia, in den Miffes Iocklyn und Brookman, in Mrs. Ha-