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Groß war seine Liebe für Wissenschaft und Kunst, so groß, daß er auch auf der Straße, wenn er den Sohn des Münzwardeins zur Schule abholte, oder aus der Schule zurückführte, mit Compvniren be­schäftigt war. Und diese Liebe wurde genährt von vortrefflichen Lehrern, von denen man nur die Namen Franz Zallinger und Joseph Zimmermann zu nennen braucht. Besonders lieb gewann er die Dicht - und Redekunst; nicht selten las er bis in die tiefe Nacht in seinem Cicero und Virgil. Am meisten Einfluß scheint in dieser Hinsicht Professor Zimmermann, von Geburt ein Schweizer, auf ihn gewonnen zu haben. Dieser fleißige mit der Natur vertraute Lehrer kam in der Regel eine halbe Stunde früher in den Hörsaal, um den fähigeren Knaben, die auf seine Einladung schon zugegen waren, aus guten Schriften Etwas vorzulesen. Und sah er, daß sie mit Aufmerk­samkeit zuhörten, dann fragte er sie: Was ihnen an dem Gelesenen besonders gefalle? Warum sie das oder jenes schön, oder, wie man zu sagen pflegt, klassisch finden? Und er ließ'sie selbst ^versteckte Schönheiten aufsuchen.

Eben damals entfaltete die deutsche Dichtkunst und Beredsamkeit ihre ersten Blüthen. Zn der Schweiz hatten bereits Bodmer und Dreitinger einen bessern Geschmack vorzubereitcn angefangen, und im Norden Deutschlands trat Klopstock mit seiner Messiade auf. Dann folgte, wie Jedermann weiß, eine ununter­brochene Reihe großer Schriftsteller. Es war ein Glück für Sailer, einen Mann zu seinem Professor