12. Oktober 1821.

Ihr lieben Flüsse Bayerns, Lech, Isar, Do­nau, ich kann es nicht beschreiben, wie ihr mir so lieb und so reich an Erinnerungen für mein Herz geworden seyd!

An der Isar, zu München, Hab' ich meine Gymnasialbildung vollendet in zehn und % Jah­ren; zu Landsberg am Lech ward ich im Jesuiten - Collegium eingeweiht in die geistigste Bildung, in die Wissenschaft der Heiligen; zwei Jahre dauerte dieß Noviciat der Gottseligkeit; zu Ingolstadt an der Do­nau erhielt ich meine philosophische und theologische Bildung in einem Zeitraum von fünf Jahren.

Wie meine gelehrte Bildung sich und mich an die zwei Flüsse, Isar und Donau, kettete, so geschah es auch mit meiner Wirksamkeit. Das theologische Lehr­amt hielt mich vier Jahre an der Universität Ingol­stadt; dann wanderte es mit mir, nach einer Pause von drei Jahren, aus Ingolstadt auf die damalige Universität Dillingen, die auch an der Donau liegt; zehn Jahre blieb es mit mir in Dillingen; dann ging es, nach einer Pause von fünf Jahren, gen Ingol­stadt zurück, weilte da, weil der französische Ge­neral Moreau vorrückte, kein ganzes Jahr und wallte dann im Jahre 1800 am Pfingstsonntage mit der ganzen Universität nach Landshut an der Isar. Hier währte es am längsten, 22 Jahre und heute, am 12. Oktober 1821, lege ich mein vierfa­ches Lehramt, der Pastoraltheologie, der christkatholi- I. i. 4