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Gott die Oberherrschaft ausübte über alle seine Leidenschaften und Neigungen. Ich glaube, wie-ich eS erkannt, daß seine Nachlässigkeiten von eitel Gebrechlichkeit herrührten, auch geschah ihm dergleichen nur selten und aus Versehen. Ich glaube ferner, daß er in genauer Beobachtung der Gebote Gottes nach den Rathen und Grundsätzen des Evangeliums gelebt, so viel sein Stand und die menschliche Schwachheit es ihm zuließen. Ich halte es für eine ausgemachte und anerkannte Wahrheit, daß alle Handlungen seines Lebens Wirkungen und Beweise dieser heiligen göttlichen Liebe gewesen, die in seinem Herzen so mächtig war. Dieser Selige hat eine bewundernswürdige Abhandlung über diesen Gegenstand in zwölf Büchern geschrieben, worin sich, wie ich glaube, seine Gesinnung offen ausspricht.
Als er eines Tages mit einer Person sprach, die er, wie sich selber, mit jener höher» Liebe liebte, die alles auf Gott bezieht, sagte er zu ihr: „Wenn Gott mir beföhle, Siezu opfern, wie er Abraham befohlen, seinem Sohne zu thun, ich thate es." Und durch die Thar bewies er es, daß er dieß Opfer mit einem Muth und einer Liebe ohne Gleichen zu bringen fähig wäre.
Diese heilige Liebe ließ ihn zahllose Arbeiten für den Dienst und die Verherrlichung Gottes in Bekehrung so vieler Irrgläubigen unternehmen, bei welchen er, wie schon gesagt, oft sein Leben den größten Gefahren aussetzte. So viele Seelen, die er auf den Weg der Vollkommenheit geführt, so viele tausend

