>
73
„Ich bin kein Liebhaber von menschlicher Klug h ei t."
Einst schrieb mir der Selige: Ich werde mit Gottes Hilfe den Grundsatz nie aus den Augen verlieren , das; man schlechterdings nicht nach Menschenklugheit, sondern nach dem Glauben und dem Evangelium leben soll; denn diese menschliche Klugheit ist eine wahre Thorheit. „Gott, sagte er, wollr uns ewig davor bewahren, und lasse uns immerdar nach der Richtschnur des Geistes des Evangeliums | leben, welcher sanft, einfach und liebenswürdig ist, und mit Gutem das Böse vergilt."
Die große Uebung der Klugheit unsers Seligen bestand in der Einfachheit eines vollkommenen Vertrauens und einer völligen Abhängigkeit von der Vorsehung Gottes; und das weiß ich sicher, und es ist wahr und notorisch.
[ (§. 2. Seine Gerechtigkeit.)
Was die Gerechtigkeit anbelangt, so sage ich, * daß es eine ganz notorische Wahrheit ist, die ich immer geglaubt und erkannt habe, daß dieser Selige gerecht gegen Gott war, so viel unsere sterbliche Schwachheit solches zuläßt. Ihm gab er die Ehre m allen Dingen, und nie schrieb er sich selber etwas zu. Er war sehr dankbar gegen Gott für die Wohlthaten, die ihm durch dessen Güte zuflossen.
Er sagte mir einmal, indem er von einer Ge- Wissenserforschung sprach, die er angestellt, wie er mehrmals im Jahre zu thun pflegte, daß er durch
AvttrSgabr. i. Dd. ». Hst. A

