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tonnt, haben es klar etngesehe« und erfahren, daß er eine vollkommene Sanftmuth hatte. Ich denke, man vermag es gar nicht auszusprechen, welche große Milde und Gütigkeit Gott in seine Seele gelegt. Sein Antlitz, seine Augen, seine Worte und alle seine Handlungen athmeten nur Sanftmuth und liebreiches Wesen; er theilte davon selbst denen mit, die ihn sahen; auch sagte er, der Geist der Sanftmuth sey der wahre Geist der Christen.
Er sagte mir einmal, er sey drei Jahre lang bemüht gewesen, sich diese heilige Tugend anzueignen, welche machte, daß er sich zu Auen herabließ, und dem Nächsten seine Person, seine Mittel und die Neigungen seiner Seele hingab, auf daß Jeder nach seinen Bedürfnissen davon Gebrauch mache.
„Ich finde in Zeiten der Widersprüche kein besseres Heilmittel, sagte er, als nicht davon zu reden, und gar nicht zu thun, als waren sie vorhanden, vielmehr denjenigen, die sie angeregt, mit großer Güte zu begegnen."
Ich weiß, daß seine heiligsten Handlungen oft dem strengsten Tadel ausgesetzt wurden, und ich sah es selbst, wie er auch nicht die mindeste Empfindlichkeit blicken ließ; vielmehr antwortete er mit Sanftmuth und Freundlichkeit, um seinen Gegnern ein Genüge zu thun. So z. B. geschah es einmal, daß Jemand ihm ganz trocken sagte: man nehme Aergerniß daran, daß er mit dem Amte zu lange auf sich warten lasse. Er antwortete sanft: „Dar-

