nicht ihre Seelen zu gewinnen, doch wenigstens ihre Wuth zu besänftigen, ohne daß es nöthig gewesen? wäre Gewalt zu brauchen, indem man bloß zu Mitteln der Schonung und Sanftmuth seine Zuflucht nahm. Man findet hierüber ausführlichen Bericht in dem oben erwähnten Werke Posse- vins. Es ist also ganz falsch, daß man zum Behufe der Union Drohungen und Gewalt gebraucht hätte, da selbst die Bischöfe in ihrem Briefe an Clemens VIII. offen erklären, daß fie sich deshalb entschlossen hätten fich dem hl. Stuhle zu unterwerfen, weil fie das Glück hätten unter einer Regierung zu leben, die ihnen hierin volle Freiheit gewähre: In bis partibus, schreiben fie, sub dominio Serenissimi Poloniae et Sueciae ßegis et Magni Ducis Lituaniae constituti suraus, liberisquo nobis propterea esse licet. Auch hatten fie in dem damaligen Spnodal- decrete offen genug erklärt, mit welchem Eifer und welcher Willfährigkeit fie fich mit dem apostolischen Stuhle vereinigten, indem fie verfichcrten, daß sowohl sie, als ihre Vorfahren dieß von jeher gewünscht und erstrebt hätten: licet bac ipsa de re nos praedecessoresque nostri medi« tati fuerint idque tentaverint. Das Dekret, wie der Brief kann in der Relation des Baronius nachgelesen werden. Man bemerke ferner hier, wie Karamsin im 4. Ca- pitel des X. Bandes anfangs behauptet, man habe damals die orientalischen Christen gezwungen Papisten zu werden, „indem sich die Bemühungen des Papstes mit dem Willen des Königs, Zureden mit. Drohungen verbanden;" da jedoch sogleich wieder die Liebe zur Wahrheit in ihm die Oberhand gewann, bekannte er, daß weder der Papst, noch der König mit Gewalt und Verfolgung gedroht hätten. Und indem er nur darthun will, worin denn diese Drohungen und jene Gewalt bestanden, sagt er: „wäh-

