gar die Ehre Gottes selbst, zu vertheidigen. Wenn nun ein scheinbar so wichtiger Grund auf das Volk so großen Ein­druck machte, so darf man sich wohl nicht wundern, wenn auch einige aus dem Clerus dadurch verblendet wurden; denn die Interessen der Religion und der Kirche müssen wohl dem Clerus noch mehr am Herzen liegen, als dem Volke.

Sollte man indeß vermuthen, daß die Priester Polens die Vorschriften des ChristenthumS nicht kennen, die es den Unterthanen gegen ihre Obrigkeiten auferlcgt? Eine solche Unkenntniß kann man gewiß einem sonst so achtungs­würdigen Clerus nicht zur Last legen. Uebcrdieß waren dem polnischen Clerus gewiß auch die Beispiele unserer Voreltern nicht unbekannt, wenn sie das Schicksal hatten, unter Fürsten zu leben, die einer andern Religion anhin- g?n; denn rie Geschichte lehrt, daß sich die Katholiken alsdann vor allen andern durch ihren Gehorsam und ihre Treue auszeichneten, und daß sie bei der Unvereinbarkeit der landesherrlichen mit den göttlichen und kirchlichen Ge­setzen nicht durch Empörung, sondern durch stilles Leiden aller Unbilden, ja des Todes selbst, ihre Religion be­kannten. In den letzten Unruhen waren nun viele Prie­ster dieses Landes tief ergriffen, da sie die katholische Re­ligion in Gefahr glaubten, und meinten, man dürfe, um sie zu vertheidigen, sich mit Gewalt dem Gehorsam gegen die Regierung entziehen. In der allgemeinen Verwirrung der Ideen, in Mitte des Waffengeklirres, bei dem Anblicke der großen Anzahl der Getödteten und Verwundeten und bei der wohlbegründeten Furcht vor einer für die Religion gefährlichen Zukunft, war es sehr leicht, das Urtheil irre zu leiten und Dinge als gleichgartig darzustellen, die an sich nicht gleichartig waren. Wir wollen nicht untersuchen.