testanten denselben vermutlich nicht billigten. Ein anderer Jncidenzfall ergab sich im katholischen Convicte zu Tübingen, dem Wilhelmsstifte. Auf die Beschlagnahme hin forderte der Direktor desselben die von den Zöglingen gekauften Exemplare (70—100 an der Zahl) ab, und diese wollten sich weigern, ein Eigenthum herauszugeben, bis ein Professor ihnen rieth, gegen Vorbehalt des Eigenthumsrechtes selbe abzugeben. Der Direktor erhielt somit eine gewiße Zahl Exemplare. Diese Schritte hatten aber auf die Studirenden einen so aufregenden Eindruck gemacht, daß sie sich gedrungen fühlten, ihrem so sehr gemishandel- ten Lehrer ihre Gesinnungen auszusprechen. Ohne Wissen desselben kamen sie überein, ihm im nächsten Colleg ein Vivat zu bringen. Die Wahl der Ausdrücke war dem Theol. stud. Patritz Wittmann von Ellwangen überlassen, Dieser sprach: „Ehre dem Manne, der sein Gewissen oss fenbart, Ehre, dreimal Ehre in diesen Zeiten der Feigheit und Schmach, Ehre von jedem Jüngling, in dessen Herz noch Sinn für Recht und Wahrheit Hlüht!" Darauf er- wiederte der angenehm überraschte Professor: „Ich danke Ihnen für das so eben ausgesprochene Vertrauen in meine Gesinnungen und die Zustimmung zu meinen wissenschaftlichen Ansichten; der Ausdruck derselben wird mir und ihnen unvergeßlich bleiben; Ich bitte Sie, Alles zu vermeiden und zu verhindern, was dsr Sache selbst einen ihr fremdartigen Schein geben könnte; ich erinnere Sie daran, daß Niemand Etwas gegen die Wahrheit vermag, und daß ich und Sie «ur für dieselbe Etwas zu vermögen wünschen." Der Direktor Schott, früher Pfarrer zu Reichen- bach, OA. Waldsee, den die Leipziger allgemeine Zeitung bei seiner Beförderung zu dieser Stelle nicht mit Unrecht als einen Freund des Herausgebers der so genannten freimü-

