167
Nachfolger übergegangen. Nie hatte die englische Hochkirche das Bewußtseyn von sich, daß sie den Oräo als Sacra- ment besitze, und ausdrücklich verwerfen die neun und dreißig Artikel alle Sacramente mit Ausnahme der Taufe und des Abendmahles, indem sie dieselbe theils aus einer mißverstandenen Nachahmung der Apostel ableiten, theils nur als Lebcnsverhältnisse (vitac Status) beibehalten wissen wollen. *) WaS die Ordination im besonder» betrifft, so
wird diese nicht einmal als ein frommer Ritus bis zu
den Zeiten der Apostel, sondern nur bis zum zweiten Jahre Eduards V). (1549) hinaufgeführt und bestimmt, ein jeder Bischof, Priester und Diacon, der nach dem damals publi- cirten und von dem Parlamente genehmigten Formulare ordinirt sey, .der solle gültig und rechtmäßig geweiht seyn, und es. auch für alle Zukunft so gehalten werden **). Die Bischöfe und Diener der Hochkirche haben demnach ihre Mission von dem Parlamente. Es ist also nicht leicht abzusehen, was denn eigentlich den Bischöfen der unirten Kirche in London geboten werden soll. Daran
knüpfen sich dann noch einige andere Fragen. Ist man in
Berlin mit Calvin der Ansicht, die Ordination sey eine Art von Sacrament, so muß auf die Consecration der Bischöfe nethwendig die Ordination sämmtlicher Prediger zu Priestern folgen, es müßte ferner, um die Sache bis zu ihren
*) Quinque illa vulgo nominata sacraraenta, scilicct : eonfirma- tio, poenitentia, ordo, matrimonium ct extrema unctio pro sacramcntis evangelicis habenda non sunt, ut quac partim a prava Apostolorum imitatione proflnxerant, partim vitac statu* sunt, in scripturis quidem probati, sed sacrameutorum «andern cum baptismo et eoena Domini rationeni non haben- tes:. Art. XXV,
**) Art, XXXYI.

