äußersten Consequenzen fortzufühen , auch der Landesherr als Oberbischof der unirten Kirche fich consecriren lassen. Was werden nun aber die lutherischen Theologen der unirten Kirche zu dieser neuen Lehre sagen, und werden sie sich wohl für die reelle Präsenz, welche man ihnen genommen, mit der Ordination begnügen, welche man dem lu- therischen System hinzuzustägen setzt für gut befindet? Können die verschiedenen Secten und Schattirungen, in welche die unirte Kirche in sich selbst zerfallen ist, wegen der Verschiedenheit der Lehre ein solches Verhältniß zur englischen Hochkirche anerkennen, und hieße es nicht Spott mit dem Heiligsten treiben, wenn etwa Bischof Hcngftenberg Herrn David Schulz, Bischof Tholuck die Herren Gcsenius und Wegscheidcr, Bischof Eylert die Herren Guericke und Wehr- han ordiniren müßte? Werden endlich die gegenwärtigen Bischöfe der preußisch unirten Kirche, unter denen es gewiß viele fromme und gläubige Männer giebt, nicht er- röthen, in Folge des Successionsverhällnisses, in welches sie auf höhern Befehl zur englischen Kirche gestellt werden,, sich plötzlich in Nachfolger Cranmers verwandelt zu sehen, und von einem Manne den heiligen Geist zu ererben, dev gleichzeitig katholischer Bischof und lutherisch, heimlich vermählt und nach dem römischen Pontificale consecrirter Erzbischof war, der dem Papste seine Unterwürfigkeit betheuert, obgleich er die '.äpftliche Gewalt verabscheut, Messe las^ ohne selbst daran zu glauben, am Ende seiner Tage alle seine Jrrthümer abschwur, um sein Leben zu retten, und als ihm dieses nicht gelang, auf dem Scheiterhaufen wieder rückfällig wurde und erklärte, er sterbe im Lutherthum. Ganz anders würde die Sache freilich sich gestalten, wenn man unsere Bischöfe nach Rußland schicken und den Versuch wagen wollte, sie dort vielleicht weihen zu lassen.

