Ausleger, und lernt das Arcanum des väterlichen Ge­heimnisses.

6. Die reichste göttliche Erkenntniß ist nichts ohne die Flamme der göttlichen Liebe. Aus Kenntniß kommt Liebe, aus Liebe Kenntniß. Erwarte, Seele, mit Sehnsucht die Befreiung aus diesem Kerker. Wie viele glauben sich bereit, und doch wenn der Herr er­scheint, zittern sie und fürchten den Ausgang, den sie vorher ersehnten. Nach langer Sehnsucht werden einige durch die heimsuchende Gnade über sich selbst gehoben, andere nicht. Nach dem Sturme des Schmerzes und der Scham kömmt eine friedliche Stil­le, eine sanfte Luft, in welcher der Mensch die Wir­kung der heimsuchenden Gnade erwägt. Man erkennt Gottes Willen an seiner Inspiration; man wird durch Aussichgehen des Geistes aus sich selbst geführt und sieht das Licht der höchsten Weisheit ohne Hülle in ein­facher Wahrheit. Was du in der Entzückung gesehen hast, überlege tief und ernst, um es zu begreifen, und durch das Zeugniß von Gründen und Aehnlichkeiten zur gemeinen Intelligenz zu bringen. Schneide von deinem eigenen Willen etwas Liebes und Werthes ab. In dieser Erhebung des Geistes gehl die menschliche Intelligenz auch oft in jenen Abgrund göttlicher Ge­richte , und wird auch zum Vorherwissen des Künfti­gen belehrt. Was wir über die Vernunft im Aussich­gehen des Geistes gesehen haben, das kann zum ge­meinen Verstandniß gebracht werden, was aber gegen die Vernunft, nicht. Führe die Geheimnisse des Glaubens, die du durch Offenbarung gelernt oder von