Theologen erfahren hast, in die Contemplation, dein Geist bewundere sie, weide sich daran, demüthige und entzünde sich in der Sehnsucht nach dem Göttli­chen. Eine heilige und contemplative Seele soll immer zur Aufnahme der Gnade bereit seyn, nicht Voten erwarten, nicht sagen: Warte noch. Aber wenige können bereit seyn, nicht bloß die Sünder die draussen sind, sondern selbst die Geistlichen und die Mönche, die doch besonders darauf hingewiesen sind. Viele dürsten nach Ruhm, nicht nach Erbau­ung, streben nach Wissenschaft, nicht nach Heiligkeit. Es ist schwer für die vollkommene Seele, sich ganz in sich selbst zu sammeln, und in heißem Verlangen al­lein nach der Gottheit zu rufen. Die Liebe will Ein­samkeit.

7. Das Himmelreich ist in uns; wir können in dasselbe erhoben werden, wenn wir vollkommen wol­len. Es hat unzählige Einwohner. Ze mehr es ei­ner erweitert, je treuer er es verwaltet, je strenger er es regiert, je klüger er es ordnet, desto größer, desto mächtiger wird er. Dazu führt die Armuth des Geistes leichter, als der Reichthum des Verstandes. Was wir nicht zu erforschen vermögen, das lehren uns göttliche Offenbarungen und Eingebungen. Was uns zum Nutzen oder Schaden begegnet, das hängt vom Verdienst oder Fehler des freien Willens ab. Der beunruhigte Geist erkennt zuweilen das Gericht des Allmächtigen und beruhigt sich dabei; zuweilen will er, daß nur der Wille Gottes an ihm geschehe, wenn er ihn auch nicht ganz versteht, zuweilen kann