er sich bei dem Willen Gottes nicht beruhigen, auch wenn er ihn ganz verstünde. Zn diesem Falle unter­suche Handlung und Zntention, jene, ob sie gerecht und nützlich, diese, ob sie fromm sey, überdenke die Fügung Gottes, ob sie dir zum Nutzen oder zur Stra­fe bestimmt ist. Denn sie kann deine Belehrung, deine Besserung, deine Strafe, deine Verdammung zum Ziele haben. Diese Untersuchung veranlaßt heil­same Furcht, Demuth, Andacht, Flehen. Viele nehmen nicht dann, wenn sie heftig bewegt sind, ihre Zuflucht zu Vernunft und Unterscheidung oder zu Ge­bet und Andacht, sondern erst, wenn die Bewegung aufhört. Flüchte du aber in solchen Fällen zu Gebet und -Andacht, und, weil wir oft im Drange der Noth nicht andächtig beten können, bete zur Zeit der göttlichen Heimsuchung und deiner Zerknirschung, daß Gott dir verleihe, zur Zeit der Noth beten zu können.

Das Himmelreich ist in uns; bitte Gott dar­um, bewahre dein Herz, prüfe deinen Geist. Wer die Würde seines Standes nicht erwägt, der weiß nicht, wie lief alle weltliche Herrlichkeit unter ihm liegt; wer sich nicht zuerst selbst denkt, der weiß nichts vom englischen und göttlichen Geiste. Aus dem Inneren selbst wird die Intelligenz geboren, wenn es von der göttlichen Gnade besucht wird. Wenn die Gnade entzogen wird, so fällt das Auge des Geistes auf die Betrachtung seines Absalls, da sieht der Mensch ein, wie nichts er ist, und wie nichts er durch sich vermag. Aber durch diese Be-