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Er verwendete, so zu sagen, kein Auge, und hielt sich mit einer so demüthigen Feierlichkeit, immer stehend, ohne sich je zu sehen, so müde und schwach er auch in Folge seiner vielen Krankheiten seyn mochte. Nur wenn er die heilige Messe in ponnficali- bus hielt, saß er auf einem erhöhten Sitze. Er wohnte alle Festtage und an den Vorabenden der hohen Feste dem Gottesdienste in seiner Kathedrale und den Completten in der Fasten mit solcher Andacht und Demuth bei, dast man wohl sah, er habe Gott vollkommen vor Augen. Er empfing dabei große Erleuchtungen und Einflößungen von Gott; einmal schrieb er mir, es habe ihm wahrend der Feier eines gewißen großen Festes geschienen, als sey er zwischen den Chören der Engel.
Das ist gewiß, daß er täglich unfehlbar die heilige Messe las; außer in Krankheitsfällen, oder wenn er über Land ging, wo keine Kirche war. Vor dem Altäre konnte man dem Seligen wohl an- sehen, daß er sich in einer tiefen ehrfurchtsvollen Sammlung des Geistes vor Gott hielt, mit demü- thig niedergeschlagenen Augen. Sein Antlitz war dabei ganz verklärt, so unendlich milde und doch so heiligen Ernstes voll, daß wahrhaft Alle, die ihn mit Aufmerksamkeit ansahen, davon gerührt und zur Andacht hingerissen wurden. Hauptsächlich bei der heiligen Wandlung und Communion sah man einen solchen Frieden und eine solche Heiterkeit ausgegossen über sein Angesicht, daß es die Herzen rührte. Auch war dieß göttliche Sacrament sein wahres Leben

