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Barmherzigkeit sey er verloren; er hoffe aber, daß sie ihm in der gegenwärtigen Stunde eben so gnädig seyn werde, als nach zwanzig oder dreißig Jahren.
Es ist aber eine ausgemachte Wahrheit, daß ihm Tod oder Leben gleichgiltig war, und er sich immer darauf bereitete, wie er es auch seinem Bruder, dem hochwürdigsten Bischof von Chalcedon bezeugt. Dieser sagte einmal zu unserm Seligen, warum er so traurig und nachdenkend sey. „Nein, ich bin es nicht, antwortete er, ich horche nur auf den Glockenschlag der Stunde, der mich von hinnen ruft."
Er hat seinen Herrn Vater, zwei seiner Brüder, verehrungswürdige Menschen, sterben sehen, und ihr Tod', wie der einer Schwägerin, ergriff ihn außerordentlich. Als der Schmerz am heftigsten war, sagte er: „Ich schweige, Herr, und öffne meinen Mund nicht, weil Du es bist, der eS gethan."
Bei dem Tode seiner Frau Mutter, die er liebte, .wie sein eigenes Leben, schrieb er mir: nachdem er ihr die Augen geschlossen, und ihr im Augenblicke des Verscheidens den letzten Friedenskuß gegeben, sey ihm das Herz mächtig geschwollen und er habe diese gute Mutter mit mehr Thränen beweint, als er je vergossen, so lange er geistlich sey, aber ohne Bitterkeit. „Denn es war, so sagt er, eine, ruhige wenn gleich lebendige Empfindung, ich habe mit David gesagt: Ich schweige Herr, und öffne meinen Mund nicht, weil Dn es bist, der es gethan. Wahrhaftig, wenn das nicht gewesen wäre, hätte ich laut geschrien über diesen Schlag. Aber es ist mir nicht in den Sinn ge-
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