ihm gestattete, ihre geistlichen Töchter Beicht zu hören. Sie wollte es nämlich nicht, so sehr es auch alle Nonnen wünschten, um ihm ihre Gewissensjustände unumwunden mitzutheilen; denn einige haben mir ge­sagt, seine bloße Gegenwart hätte ste zur Andacht er­weckt und ihnen Haß gegen die Sünde eingeflößt.

Er führte auch die Reform in die Priorie von Talloires, vom Orden des heiligen Benedikt, ein, was ihm große Mühe machte. Eben so in der Abtei Six in seiner Diöcese, wo die Regel des heiligen Au­gustin befolgt wird. Er schrieb den dortigen Geist­lichen Regeln vor, nach denen ste leben und Gott die­nen. Zweimal besuchte er auch eine Benedictiner-Ab­tei in Burgund.

Er hat -die andächtige Verehrung der heiligen Jungfrau, genannt von der Heimsuchung, erneuert, die vor Alters und noch ehe die Irrlehre alles verwü« stet, auf dem Berg Voiron, ungefähr neun Stunden von Genf, gehalten wurde, und hat daselbst eine Con- gregation von Einstedlern gestiftet, denen er eine Re­gel gab. Ich habe vernommen, daß ste mit so viel Frömmigkeit leben, und in so gutem Gerüche, daß ihr gutes Beispiel die ganze Nachbarschaft erbauet, die viel geistlichen Nutzen daraus schöpft. Es gehen sogar Viele aus G^nf heimlich dahin wallfahrten.

Wohl beabsichtigte er, noch mehr Congregationen in seiner Diöcese zu stiften, unter andern wollte er die Väter vom Oratorium nach Rumilly bringen; aber sein Absterben vereitelte die Ausführung seines Planes.