Er hat in dieser Diöcese zwei Collegien der ehr­würdigen Vater Barnabiten errichtet und endlich auch unfern Orden von Maria Heimsuchung gestiftet, wor­auf sich in Nachahmung desselben mehrere Klöster re- formirt haben, weil ihnen unsere Lebensweise so wohl gefallen.

Die Erwägungen, die ihn hiezu bewogen, waren ganz göttlich und den Gedanken gemäß, die lange Zahre vorher ihm Gott eingegeben. Auch können fürwahr Zene, welche den Ursprung und Fortgang dieser Stiftung wahrgenommen, dieselbe keiner mensch­lichen Ursache zuschreiben. Dieser Orden blüht nun, Gott sey Dank, seit den siebenzehen Jahren seines Bestehens so herrlich, daß bereits acht und zwanzig Häuser desselben in den vornehmsten Städten von Savoyen, Frankreich und Lothringen bestehen, und mehrere derselben noch gegründet werden sollen, so­wohl in Piemont als an einigen Orten in Frankreich.

Kurz, es läßt sich nicht aussprechen, welchen glühenden Eifer er für die Vervollkommnung der See­len hatte, die sich dem religiösen Leben geweiht. Ei­nes Tages sagte er und das mit ganz ungewöhnlicher Empfindung:Wenn eine weltliche Person mich um das Mittel fragte, ihr Heil zu wirken, würde ich ihr antworten:Sie werden es unfehlbar wirten, wenn Sie die Gebote Gottes halten." Frägt mich aber eine Klosterfrau, dann sage ich ihr:Wenn Sie ganz Gottes sind ohne Vorbehalt. Der König der Könige will alles oder nichts, er will ganz herrschen oder gar nicht. Nicht Gott wird die Klosterleute rich-