Die Erwähnung folgender Feierlichleit, wovon Re­ferent Augenzeuge war, und welche im Jahre 1827 zu Klausenburg Statt fand, durste für Ihre Leser nicht unin­teressant seyn:

Der bürgerliche Sattlermeister Vehr, ein Katho­lik, dessen Gattin eine eifrige Lutheranerin war, mußte es, da er selbe zum Gegentheile nicht bewegen konnte, geschehen lassen, daß seine drei Töchter in der Religion der Mutter getauft und erzogen wurden. Dieß kränkte den guten Familienvater tief, und sein einziger Trost war ein hoffnungsvoller Sohn, welcher sich zu seiner Freude dem Studium der Theologie widmete, und ihn zu den schönsten Erwartungen berechtigte. Nebst diesem aber bat er Gott täglich mit Inbrunst: Er möge sich seiner Gattin und Töchter erbarmen, damit sie durch Seine Gnade in den Schooß der alleinseligmachenden Kirche zurückkehren möchten. Dieses Gebet wurde wunderbar erhört; der Sohn benützte jene Zeit, welche er während seiner Ferien im älterlichen Hause zubrachte, dazu, um durch sanfte, gründliche Widerlegung der Jrrthstmer, von welchen seine Mutter und Schwestern befangen waren, und durch über­zeugende Gründe den Wahrheiten unserer heiligen Religion Eingang in ihren Herzen zu verschaffen. Langsam, aber endlich doch fielen ihrren die Schuppen von den Augen, und die Strahlen der, von dem eigenen Sohne und leib­lichen Bruder vorgetragenen katholischen Lehre fingen an, ihre Herzen zu erwärmen. An eben dem Tage, an wel­chem der geliebte Sohn und Bruder dem allmächtigen Va­ter Himmels und der Erde zum erstenmale Seinen einge- bornen Sohn unblutiger Weise aufopferte, legten seine Mutter und 3 Schwestern das katholische Glaubenöbekennt- niß in seine Hände ab, und empfingen von ihm das Brok