der Engel. Die Freude des glücklichen Vaters, und die Rührung der unzähligen Volksmenge, welche die große Pfarrkirche kaum zu fassen vermochte, ist nicht zu beschrei­ben.

Vom Rheine. (Nachträgliches über Aiuterim.) Von den ersten Zeiten an, als sich der sogenannte evangelische Glauben hier wieder freier zu regen anfing, war Binte- rim als Chef der Ultramontaner gewißen Leuten ein Dorn im Auge, und mn so willkommener war es daher dem Pietismus, als Binterims Bruder, ein Tuchfabrikant in Vaels, der nacheinander zweievangelische" Frauen ge­heiratet hat, sich vor bereits zwanzig Jahren *) in seinen Netzen verfing und zur protestantischen Kirche übertrat. Da unsere Stillen im Lande, wie Sie wissen, j nicht so leicht Jemanden aufgeben, auf den sie einmal ihr

l Augenmerk geworfen, so war damit nur einstweilen ein

j Anhaltspunkt gewonnen, von wo aus auf Binterim einge­

wirkt werden konnte, und gewiß hatte der Pietismus einen \ seiner schönsten Triumphe gefeiert, wenn es ihm ohne

> Zweifel eine ganz alberne Hoffnung gelungen wäre,

diesen Vorfechter der katholischen Kirche in seine Reihe hinüberzulocken. Es mußten also, ehe man zu andern Maaßregeln gegen ihn schritt, vorerst sanfte Saiten auf­gezogen werden, und so erschien auf einmal im Jahre 1820 oder 2l der bekehrte Tuchfabrikant bei seinem Bru-

*) Dieß zur Notiz für die Berliner allgemeine Kirchenzeitung, die erst vor Kurzem diese Eroberung des Protestantismus als eine ganz neue der Welt verkündigte.