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der in Bilk, mit der Mission, ihn zum Uebertritte zur protestantischen Kirche aufzufordern. Diese Zumuthung, einem solchen Manne gemacht, war zu lächerlich, und Binterim wies sie mit Unwillen zurück. Sein Bruder ließ sich indeßen nicht so leichten Kaufes abweisen, er beschwor ihn beim jüngsten Gerichte, den Glauben seiner Väter aufzugeben, und als Alles nichts fruchtete, warf er sich ihm zu Füßen und rief ihm das prophetische Schlußwort zu: Sieh, Bruder, wenn du nicht willst, so sage ich dir, wir haben es schon so weit gebracht, daß in zehn Jahren kein Katholik mehr hier im Lande seyn wird! Auf Binterim selbst hatten weniger die Schritte und Versuche seines Bruders, als vielmehr dieser nicht ohne Absicht enthüllte Plan zur allmähligen Untergrabung des Katholicismus Eindruck gemacht, und das um so mehr, da die Geduld der pietisti- schen Propaganda mit ihm jetzt erschöpft, und er von nun an zu jenen vogelfreien Leuten zu gehören schien, auf die keine Rücksicht mehr zu nehmen sey. Jahre lang wurde er von nun an mit anonymen Briefen überschüttet, in welchen er theils zum Uebertritt zum Protestantismus, theils zu einem Bunde zum Umstürze der bestehenden Negierung aufgefordcrt, oft persönlich auf das Schmählichste mißhandelt wurde. Alles hat indessen seine Gränzen, und als Binterim im Juni 1829 abermals einen revolutionären Brandbrief mit dem Postzeichen Frankfurt erhalten hatte, hielt er es für unvereinbar mit seiner Unterthanen- pflicht, noch länger zu schweigen, übergab sämmtliche Acten durch Vermittlung der erzbischöflichen Curie dem Oberpräsidium in Coblenz, und wunderbar genug — von diesem Augenblicke an verstummten sämmtliche, seither so rührige Correspondenten, wie durch einen Zauberstab be-

