Gefahr hin, mit der passiven Gehorsamstheorie des Herrn von Rochow in Conflict zu gerathen. Ob übrigens der Verfasser, ein anerkannt loyaler, ruhiger Unterthan, der zu denselben revolutionären Parteien gehört, wie Clemens August, damit den Samen des Unfriedens und der Empörung habe ansstreuen wollen, das ist eine Frage, über welche die preußischen Gerichte entscheiden mögen; und ob eS überhaupt räthlich war, die Sache in Anregung zu bringewMund dem Volke feine heiligsten Interessen ans Herz zu legen, darüber herrscht bei allen Katholiken nur eine Stimme. Doch dem sey, wie ihm wolle, so viel ist gewiß, der Bruder- und Schwesterbund war ein bequemes Mittel, sich eines höchst lästigen Theilnehmers an diesem Drama zu erledigen, das edle Wild war in das Netz gejagt, und daß es in demselben nicht verblutete, war wahrlich nicht die Schuld der Treiber, sondern einer höheren Macht, die ihm das Leben fristete. Kaum war ihm nämlich das Urtheil des Landgerichts eröffnet worden, — ich bitte ja nicht ausser Acht zu lassen, daß hier von nichts als der Humanität der modernen Justiz gegen katholische Bischöfe und Priester die Rede ist, — so wurde er, wahrscheinlich um das Princip der rheinischen Justiz von- der unbedingten Gleichheit vor dem Gesetze recht fest zu halten, i!i einen Kerker geschleppt, in welchem sich schon achtzehn evangelische Soldaten befanden, die Tag und Nacht lobten, den ehrwürdigen Mann auf jede Weise hohnneck- ten und Scheußlichkeiten trieben, die eine keusche Feder nkederzuschreiben sich scheut. Erst später ging man zu dem entgegengesetzten Extrem über, und übergab ihn einer so unbedingten Einsamkeit, daß es sogar die größte Mühe und die dringendsten Bitten seinerseits kostete, bis man endlich nur seinen Beichtvater zu ihm ließ. Wenn man

