bedenkt, daß Binterim, der, um eine sehr bedeutende Seelsorge, gelehrte Forschungen und eine auSgebreitete Correspondenz gleichzeitig besorgen zu können, an unaus­gesetzte Thätigkeit von Morgens frühe bis Abends spät ge­wöhnt war, nun auf einmal so ganz allein auf sich be­schränkt wurde, so muß man allerdings zugeben, daß Jene richtig calculirt hatten, welche ihn auf diese Weise mürbe zu machen glaubten; aber sie hatten nur den einen Um­stand vergessen, daß auch sein Gott bei ihm war, der ihn unter seine schützenden Flügel nahm. Was für Pläne aber, glauben Sie wohl, hatte man mit ihm vor? Wollte man ihn vielleicht bewegen, eine Retractation des Bruder- und Schwesterbundes zu schreiben? Oder wollte man ihn zwin­gen, eine Stelle im Kölner Domcapitel anzunehmen? Das hätte doch noch einigen Sinn gehabt; aber nichts von allem dem, sondern man meinte, die Einsamkeit hätte ihn für den evangelischen Glauben empfänglich gemacht, und muthete ihm am Ende unverblümt zu zum Pro­testantismus überzutreten. Schon früher hatte sich in Düsseldorf das Gerücht verbreitet, die zwei Prädicanten hätten ihn im Gefängniße besucht, um ihn zu bekeh­ren; das war indessen unrichtig, und die'Herren fanden es wahrscheinlich für gerathener, dieser Controverse aus dem Wege zu gehen. Erst um Epiphanie erschien der Stern aus dem Wupperthale in der Person des Generals Grafen von der Groben, der ihm als milder Sendbote einen Brief seines Bruders (des Tuchfabrikanten) brachte, und ihm als Einleitung für die folgenden Versuche ver­sicherte, die Evangelischen hegten viel mehr Theilnahme für ihn, als die Katholischen, und beteten auch mehr für ihn. Ich weiß nicht, welchen Erfolg dieses diplomatische Manövre hatte, genug, am