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24. Januar d. I. kam auf einmal, wie aus den Wol­ken gefallen, der seit zwanzig Jahren verschollene Bruder aus Vaels in den Kerker/ und machte dem armen Gefangenen zum Willkommen die schmählichsten Vorwürfe über seinen angeblichen Ungehorsam gegen die Staatsgewalt. Am 25. wiederholte er seinen Besuch, weil der Staat spro- curator Alles schon wisse, und nun warf der Ver­sucher die Larve.ab, indem er, im Beisepn des Verwal­ters der Zuchtanstalt, unfern katholischen Bekenner ohne Hehl aufforderte, protestantisch zu werden, natürlich mit Wissen des Staatsprocurators, der Alles weiß, weil er der Tuchfabrikant gefunden habe, daß die katholische Kirche in Jrrthümer gefallen sey. Binterim erwiederte

ihm, eS sey setzt weder die Zeit noch der Ort, dieses zu erörtern, er möge ihn ein - für allemal mit solchen An­trägen verschonen, indem er bereit sey, Gut und Blut für den katholischen Glauben aufzuopfern; endlich bat er

ihn, innerlich entrüstet über diese ganz eigenthümliche brü­derliche Liebe und Theilnahme, sich zu entfernen im Frie­den. Sie sehen hieraus, wie weit die fanatische Borntrtheit gewißer Leute geht. Wahrhaftig, es würde auch dem für seine Kirche begeistertsten Katholiken nicht einmal im Traume beifallen, den Herrn Roß, Nitzsch, Sack, Beth- mann-Holweg u. s. w. mit solchen Bekehrungsversuchen zu Leibe zu gehen: Binterims Bruder aber der hier übrigens, was gar keine Frage ist, unter dem Einsiusss höherer Inspirationen handelte, hatte noch nicht ge­nug, sondern schrieb ihm im Monate Juni einen Brief ähnlichen Inhaltes, voll des gewöhnlichen pietistischen Un­sinns, den darauf unser Freund in zwei ausführlichen Schreiben, das eine aus der Gefangenschaft in Wesel, das andere aus Düsseldorf, geistreich und treffend beant-