setzte oder frisch ausgesandte Verweser und Vicar ihn zu sehen und zu unterschreiben bekam. Diess Geheimnißvolle in der Sache zusammengehalten mit den Zeitereignissen und den dabei vernommenen liberalen Prahlereien „daß man in Würtemberg es geschickter zu machen wisse (nämlich als in Preußen)" — ließ den Revers im Voraus in einem nicht gar günstigen Lichte erscheinen. Darum ließen sich's denn auch die meisten nicht einfallen, daß er wörtlich (mutstis lnumnllis) mit dem Reverse der Pfarrer und Kapläne gleichlautend seyn könnte; welche Entdeckung allerdings die Beunruhigung und Bedenklichkeit vermindern, wenn gleich nicht heben konnte.
Sonach unterschrieben dann einige Vkcarien zuerst „mit Berufung auf ihren kirchlichen Gehorsam nnd die professio fulei Triil. oder auch: „sofern die Foderun- gen des Reverses den unveränderlichen Grundsätzen der katholischen Kirche nicht entgegen seien." Andere stellten Anfragen und Bitten um Erläuterung, besonders der zwei anstößigsten Stellen des Reverses. Sammtliche erhielten darauf vom K. katholischen Kirchenrathe durch ihre Deca- nate Erläuterungen und zwar sehr umfassende, über die Unzulässigkeit einer bloß bedingten Unterschrift durch die einzelnen Untergebenen einerseits, anderseits über die Unverfänglichkeit der Forderung des Reverses überhaupt und seines Inhaltes. Eine von einigen Decanen *) gewitterte Eon- spiration unter den Renitenten zeigte sich als durchaus nichtig,
*) Unsere Decane werde«, ohne Rücksicht auf kanonische Satzungen und auf die frühere Uebung des Wahlrechtes, nicht gewählt, sondern auf den Vorschlag des Königs. KircbenrarhS ernannt.

