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lichung einer Idee; die Form also bleibt eine unverständ­liche, so lange die Idee, welcher dieselbe ihr Daseyn ver­dankt, nicht erfaßt ist.

Der zweite Vortrag handelt von den wesentlichen und inneren Beziehungen der Liturgie der heiligen Woche zur Kunst.

Der große Gedanke, von welchem die katholische Kir­che beseelt ist, und welcher in ihrem Cultus sich überall kund gibt, ist Christus und das von Ihm, dem Gottmen- schcn, vollbrachte Werk der Erlösung. Diesen Gedanken lebendig in den Gläubigen zu erhalten, ist ihr unausge- ^ setztes Bestreben von Anbeginn. Da nun der Mensch zu dem Unsichtbaren sich nur durch das Sichtbare zu erheben vermag, weil er ein geistig-sinnliches Wesen ist, so mußte auch die Form des Cultus diesen zweifachen Charakter an sich tragen, und durch das Sinnliche das Geistige tvecken und erhalten. Das dramatische Element ist darum das charakteristische des Cultus der heiligen Woche. Das We­sen -des Drama liegt darin, daß es unsere Einbildung und unsere Seele zur Anschauung dessen hinreißt, was Andere geschaut, und vermittelst ihrer Sprache, so in uns zur Empfindung zu bringen wissen, wie wir'sie bei ähnlichem Anlaß zu haben wünschten. Diesen Charakter zeigen uns im vollsten Maaße die Impropcria, welche am Charfrei- tage gesungen werden, die Lamentationen, die Hymnen und Antiphonen bei der Prozession der Palmen, und die Passion. Die dramatische Poesie des Cultus konnte aber k nicht lange vereinzelt bleiben, sondern zu ihr mußte sich nothwendigerweise ibre Schwester, die Kunst der Töne, der harmonischen Gedankensprache, gesellen. Und so geht nun auch der Verfasser zur Geschichte der Kirchenmusik über, entwickelt die wichtigsten Momente derselben, und zeigt, wie in der päpstlichen Kapelle die einzigen Spuren der ächten, heiligen Tonkunst sich erhalten haben.

Wie die stille Woche auf die Kunst ihren mächtigen Einfluß geltend machte, ebenso hängt sie mit der Ge­schichte auf das engste zusammen. Die Entwicklung dieses ihres Verhältnisses ist der Stoff, den Wisemann in dem dritten Vortrage mit Gründlichkeit abhandelt. In der ka­tholischen Liturgie zeigt uns derselbe nämlich eine stätig wirksame gestaltende Kraft, durch welche die vorherrschen-

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