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Man ließ nämlich eine großartige unterirdische Kapelle in der Kirche anbringen, von welcher anfänglich in den Plänen keine Spur vorhanden war. Dieselbe erforderte nach der Kostenberechnung einen Aufwand von . ,. . . Fr. 118,305. 88.
Hiezu kommen noch für Strebepfeiler im Innern des Viereckes in der Kapelle und für Stützmauern gegen die Metzgergasse, für Stiegen und Aufziehen der Quader „ 20,913. 08.
also im Ganzen.Fr. 139,218. 96.
Der Unterbau der Kirche hätte bei gehöriger Anordnung die Summe von Fr. 70,000 kaum erreicht, weßhalb die Erstellung der Kapelle eine Kostenvermehrung von mindestens Fr. 70,000 herbeisührte.
Des Fernern ist wohl ins Auge zu fasten, daß die außerordentlichen Fundationen, Wasterkanäle, Sicherung der Scheidemauern rc. leicht hätten ausgemittelt, und in Folge hievon durch eine bestere Wahl des Bauplatzes vermieden werden können, wenn Hr. Baud oder dessen Architekt Deperthes vor dem Abreißen des St. Johannsen-Hauses den Boden hätte sondiren lassen. Man mußte allerdings befürchten, daß die dortige Terasse nicht das beste Fundament darbieten werde, und das Kollegium kann sich Glück wünschen, daß es nicht auf größere Schwierigkeiten gestoßen ist. Aber statt vorher zu bedenken und zu untersuchen, wußte Hr. Baud im Sommer 1858 nichts besteres zu thun, als das alte St. Johannsen-Haus abzureißen und erst als dies geschehen war, fing man an die daherigen Folgen zu beklagen.
Ich bin fest überzeugt, daß wenn man mit einer auch nur geringen Dosis gewöhnlichen Menschenverstandes vorerst den Boden, auf den man bauen wollte, untersucht hätte, es gewiß keinem Kinde mehr in den Sinn gekommen wäre an dieser Stelle zu bauen. Weil diese Untersuchnng nun aber gegen alle Vorsicht Unterlasten wurde, mußte man circa Fr. 50,000 für Ertra- Fundationen, Wasserkanäle, Strebepfeiler rc. bezahlen.
Es ist dies Alles ganz gewiß sehr zu bedauern; aber Hr. Baud ist deßhalb nicht berechtigt, für seine eigenen Fehler andre Personen, die davon gar nichts wußten und ihn auch nicht im entferntesten dazu veranlaßten, verantwortlich zu machen. — Der obbesagte Mißgriff ist noch um so fataler , weil man auf dem Waisenhausplatze eine der schönsten Baustellen hätte erhalten können. Hiezu wäre allerdings der Ankauf des Wirthhauses zum eidgenössischen Kreuz erforderlich

