sind, unheilbar .werden. Dieser Art Krankheiten beim Schafviehe werden gewöhnlich an sumpfigen Stetten, wozu oft wenige Stunden hinreichend sind, erzeugt; weßwegen der Schäfer-solche Stellen immer meiden und dem Schafviehe lieber eine magere Weide, die doch hie und da, besonders, auf Feldwiefen, zu finden ist, zu verschaffen wissen muß; denn der Hunger von einer nicht zu langen Dauer ist dem Schaf viel gedeihlicher, als das Dick- oder Sattfressen, weil hiedurch gewöhnlich die erwähnten Krankheiten ■ ausbrechen und sonach einen ungemein großen Schaden dem Herrn' verursachen/ Eben so entsteht die Fäule sehr leicht bei anhaltend naßkalter Witterung, weil die Schafe aus.Hunger genöthigt sind, viel in feuchter Witterung geil ausgewachsenes, junges und nasses Gras mit Gierde zu fressen. ' Um daher diesem Uibel eines Theils vorzubeugen, muß den Schafen bei einer solchen Witterung des Morgens etwas von trockenem Futter, in. Ermanglung des Heues wenigstens Stroh, welches in den Eingeweiden des Thieres die überflüssige schädliche Feuchtigkeit an sich zieht und den sogenannten Heißhunger befriedigt, vorgelegt werden; dauert die Nasse zu lange, so.müssen nur die höchst gelegenen Weideplätze behütet, die tieferen aber vermieden werden, weßwegen die höher gelegenen Weideplätze bei einer günstigen Witterung zu- schonen sind, um sie sodann bei einer anhaltenden nassen Witterung nnt Vortheil benützen zu können.
Die Fäule entsteht auch sehr leicht, wenn die Schafe im Sommer zu früh aus dem warmen Stalle in den kühlen Thau, den sie mit dem Gras einfreffen, wodurch eine Erkühlung in den Eingeweiden hervorgebracht wird, ausgetrieben werden. Nicht minder verursacht diese Krankheit das Horden oder Pferchen än noch kalten Nächten oder auf sumpfigen Stellen, besonders bei Merinoheerden, und eS ist daher rath- fam, das Pferchen/ wo es noch üblich ist, nicht zeitlich im Frühjahre und nach der Schur, sondern erst- dann, wenn die Wolle wieder etwas herangewachsen ist, in Anwendung zu bringen. Wie lange das Pferchen in einem Sommer ohne Nachtheil für die Gesundheit deS Schafvieheö zu dauern hat, entscheiden die Witterungsfälle,' die örtliche Lage und das Klima. ' * • '.

