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Die Schafe dürfen nie erhitzt werden, und sollte eine zufällige Erhitzung wider Vermuthen des. Schäfers erfolgen, so darf das Vieh in diesem Zustande nie zum, Wasser, am allerwenigsten zum stehenden, fauligen oder zu kaltem Wasser zugelassen werden, weil durch Erkühlung der Eingeweide nachtheilige Krankheiten herbelgeführt werden können. Gewöhnlich werden die Schafe durch ungeschickte Hunde, welche die Heerde jeden Augenblick zersprengen und auseinander jagen, so erhitzt, daß sie in diesem erhitzten Zustande mehr als die ruhig gebliebenen saufen, und sich daher bei der schnellen Durstlöschung eine nachtheilige Erkältung der Eingeweide zuziehen. Sollte daher der Schäfer außer ,.Stande sein, einen Hund gehörig abzurichten oder einen gut abgerichteten sich zu verschaffen, so ist es weit vortheilhafter, das Schafvieh lieber ohne Hund zu hüten. .
Wiewohl das "Salz für das Schafvieh eine vortreffliche, ja man kann sagen, die best?Medicin ist, so ist cs doch im Sommer, -wenn es in einer übermäßigen Qualität dem Vieh verabreicht wird, deß.wegen höchst schädlich, weil es nicht nur die Eingeweide schwächt, sondern auch die Thiere, die ohnehin sehr saftige Gräser und Kräuter, genießen, zum Saufen reizt, und somit durch diesen übermäßigen Genuß von Feuchtigkeit eine Erschlaffung der Eingeweide und endlich auch die Wassersucht verursacht. . ' •
Wird dem Schäfer von feinem Herrn oder Vorgesetzten erlaubt, auf ein Kleefeld, wo der Klee üppig aufgewachsen und jung ist, oder auf eine gute Wiese, worauf das Gras und mehrere Kleearten vielleicht eine Zeit nach der Heuerntezeit geil aufgewachsen sind, zu treiben, so muß er vorher den Hunger des Viehes auf andern magerern Weideplätzen, z. B. auf Stoppelfeldern, Trieschweiden u. s.w. stillen, und dann erst die ihm angewiesene üppigere Weide mit seiner Heerde nur in der Art betreten, daß die Schafe daselbst nicht lange verweilen, und stets in Bewegung. erhalten werden; weil sonst denselben, besonders wenn eine magere Weide früher nicht vor sich gegangen wäre, und wenn' die Thiere diese ungewohnte Nahrung gierig genießen oder sich daselbst fatt fressen sollten, das Aufblähen oder die Trommelsucht, wovon die

