33

an der Wolle sichtbar werden zu lassen, nicht zu gerathen, ist es eben so, wie im Sommer während der Weide, nothwendig, eine richtige Ein- theilung des vorhandenen Futters mittelst Entwerfung Zeines Futter­überschlages, nach welchem sich dann genau benommen werden muß, zusammen zu stellen, damit man, wenn der Winter länger,' als man erwartet hat, anhält, und das Winterfutter zu Ende ist, nicht ge­zwungen wäre, das sonst noch nothwendige Futter in schlechter Qualität und dennoch in hohen Preisen anzukaufen und somit einen bedeutenden Schaden zu erleiden. Diese richtig zusammengestellten Futterüberschläge, nach welchen jede Abtheilung der Schäferei das für sie passendste Futter in einem ausgiebigen Maße und zur rechten Zeit erhalten muß, werden gewöhnlich von dem Eigenthümer oder seinem Stellvertreter schon im Herbste nach der gänzlichen Einfechsung aller Früchte und Gewächse selbst verfaßt, und der Schafmeister hat nur bei der Einfuhr des Futters, im Falle es nicht schon von Seite des Borgesetzten geschehen und das Heu im Herbste nicht aufgebunden worden ist, zu erheben, wie viel die verschiedenartig bespannten Fuhren an Gewicht enthalten, um dann nach den Durchschnittsfuhren das Ganze des gefechseten Futters berechnen und in den Überschlag ausnehmen zu können.

Diese nur beiläufig ermittelten Futtervorräthe sind nur dort zu­lässig und zu dulden, wo es der Raum in den Futterbehältnissen nicht zuläßt, das vorräthige Futter zu binden und abzuwiegen; daher es um einen richtigen Uiberschlag über den Borrath Herstellen und sich von dem wahren Besitze vollständig 'überzeugen zu können höchst nöthig ist, das Futter, wenn es nur im Geringsten der Raum der Behältnisse gestattet, gleich im Herbste abzuwiegen und abzuzählen, und ebenso die eigentliche Nahrhaftigkeit der verschiedenen Futterarten, wie sie sich zu einander verhalten, und besonders die Futterkraft der für bie Schafe bestimmten Hackfrüchte nach ihrem Gewichte zu berücksichtigen. Ferner darf bei Verfassung der Futterüberschläge nicht außer Acht gelassen werden, daß das Flitter sich sehr zusammenlegt und nach und nach am Gewichte verliert, daher auch durchschnittlich beim Kleeheu 20 pCt. und beim Wiesenhell 10 pCt. als Gewichtsverlust gewöhnlich angenommen

3