man sein en Vortheil, ohne liebreiche Hinsicht auf Andere, oder wol gar zum Nachtheil Andrer. Hie­durch schadet man seiner eigenen Seele» um leibliche Vortheile zu erlangen. Das Christenthum fordert mehr als Pflichtleistung Edelmuth.

Unsre Selbstpflichten haben entweder unsere Seelen- oder unsere Körperangelegenheiten, oder beide zugleich zum Gegenstände. Bei allen Pflichterfüllungen wirkt das Leibliche und Geistige wechselseitig. Wir machen daher nur zwei Abtheilungen.

I. Selbstpfiichten in Ansehung unsrer Seelen- angclegenheiten, sind die wichtigeren. Sie sind enthalten in dem Gesetze: Sorge für die möglichst vollkommene Ausbildung dei­ner Seele! Hierin liegen folgende Vorschrif­ten:

i. Benutze alle Anlagen und Gelegen­heiten, um deinen Verstand mit nützlichen Kenntnissen zu bereichern! , Übe daher alle deine Kräfte, welche hierauf wirken! Philipp, i, 9. 10. Nr. 54, 5. 6. (Vergleiche dir erste Abth. I.} Ins­besondere übe die Gabe der Sprache! Sie wirkt zur Belebung, Sammlung und Benützung wahrer und nützlicher Begriffe. (Jak. 3, 2-9) Diese Regel ent­hält die Warnung: Verhüte alle Fehler, wel­che deines Verstandes Aufklärung hindern! Unwissenheit, (Mangel an Erkenntniff;) Irr- thum, (unrichtiges Erkenntniff;) Aberglauben, (übereiltes Fürwahrhalten einer Religionsmeinung;) Dünkel, alles zu erforschen, was sich nicht durchschauen lässt.. 1 Thess. 5, 3t. sAp. Gesch. 17, 11, 2 Kor. io, 5.3 Nr. 177, 5.