Elftes Kapitel.

Alvysia Weber.

bo sehr es Mozart, nach dem abschläglichen Bescheide des Churfürsten, nach Paris drängte, so schmerzlich mußte ihm der Abschied werden; denn hier, in Mannheim, war es, wo der so leicht erregbare Jüngling zum erstenmal von einer leidenschaftlichen Liebe zu einer Jungfrau ergriffen wurde *). Der Leser wird sich uoch aus Wolfgangs Brief an seinen Vater vom 17. Januar (Bd. I. Seite 318) erinnern, daß er bei seinem Besuche in Kirch- Heim-Poland von einem gewissen Herrn Weber und dessen Tochter begleitet wurde, von welcher Wolf gang rühmt, daß sie vortrefflich singe, eine schöne reine Stimme habe, und erst fünfzehn Jahr alt sei. Dieser Herr Weber war als Copist und Souffleur beim Mannheimer Theater angestellt, und die jugendliche Sän­gerin war seine zweite Tochter Aloysia, die später als eine der

) Ulibischeff übergeht diese Episode aus dem Mannheimer Au­fenthalte mit Stillschweigen, und kommt erst später, bei Mozarts Be­such in München, darauf zu sprechen. Wir halten es für nothwen- dig, hier schon näher darauf einzugehen, da diese erste Bekanntschaft mit der Weber'schen Familie später die wichtigsten Folgen für Mozarts Lebensverhältnisse hatte. (G.)

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