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größten deutschen Sängerinnen glänzen sollte! Ihre reizende Stimme, ihre Fertigkeit auf dem Clavier fesselten Wolf gang als Künstler ebensosehr, als ihre aufblühende Schönheit und ihr feuriges Herz ihn als Jüngling bezaubern mochten. Und wenn er auch in seinen Briefen an seinen Vater nur ihre musikalischen Vorzüge hervorzuheben wagt, so blickt doch auch die Leidenschaft seiner Liebe aus seinen Worten hervor. Gleich bei seiner Rückkehr von Kirchheim-Poland schrieb er wieder an seinen Vater von ihr, und zwar ganz begeistert. „Abends' gingen wir nach Hof," schreibt er am 2. Februar 1778, „das war Samstag, da sang die Mlle. Weber drei Arien. Ich übergehe ihr Singen — mit einem Wort vortrefflich! Ich habe ja im neulichen Briese von ihren Verdiensten geschrieben, doch werde ich diesen Brief nicht schließen können, ohne noch mehr von ihr zu schreiben, da. ich sie jetzt erst kennen gelernt und folglich ihre ganze Stärke einsehe." In einer andern Stelle des Briefes heißt es: „Die Mlle. Weber sang in Allem 13mal und spielte 2mal Clavier, denn sie spielt gar nicht schlecht. Was mich am meisten wundert, ist, daß sie so gut Noten liest. Stellen Sie sich vor, sie hat meine schweren Sonaten langsam, aber ohne eine Note zu fehlen, prim» vist» gespielt: ich will bei meiner Ehre meine Sonaten lieber von ihr als von Vogler spielen hören. Ich habe in Allem zwölfmal gespielt, und einmal auf Begehren in der lutherischen Kirche auf der Orgel und habe der Fürstin mit 4 Sinfonien aufgewartet, und nicht mehr als 7 Louisd'or in Silbergeld bekommen, und meine liebe arme Weberin fünf. — Basta! Wir haben nichts dabei verloren, ich Hab' noch 42 ft. Profit und das unaussprechliche Vergnügen, mit grundehrlichen, gut katholischen und christlichen Leuten in Bekanntschaft gekommen zu sein; mir ist leid genug, daß ich sie nicht schon lange kenne."

