Von nun an widmete sich Wolfgang während seines noch übrigen Aufenthaltes in Mannheim der musikalischen Ausbildung der Aloysia Weber mit dem größten Eifer. Er studirte seine Compositonen mit ihr ein, und wie wir aus der Correspondenz (Bd. I. Seite 330) ersehen haben, componirte er die große Arie Mn 80 donde viene für sie. Er schreibt darüber an seinen Vater:Ich wollte nur wünschen, daß Sie meine neue Arie von ihr singen hörten; von ihr sage ich, denn sie ist ganz für sie gemacht. Ein Mann wie Sie, der versteht, was mit Porta- mento singen heißt, würde gewiß ein seltsames Vergnügen daran finden."

Wie ungern aber Wolfgang Mannheim verlassen mußte, geht auch daraus hervor, daß er sich schon einen Plan entworfen hatte, die arme Familie Weber aus ihren beschränkten Verhält­nissen zu befreien. Herr Weber hatte, wie wir gesehen haben, sechs Kinder und 400 fl. Gehalt! Dieser Plan bestand in nichts Geringerem, als Kunstreisen mit Aloysia und ihrem Vater zu machen, und Opern zu schreiben, in denen sie glänzen könnte. Herr Weber war mit dem Plane völlig einverstanden, ob aber auch der Vater Leopold Mozart, von dessen Zustimmung die Ausführung des Planes unbedingt abhing?

Die folgenden Auszüge aus Wolfgangs Brief an seinen Vater zeigen, wie dringlich er ihm seinen Plan ans Herz legt:

Unter dieser Zeit wird sich Herr Weber bemühen, sich wo auf Concerts mit mir zu engagiren; da wollen wir mit ein­ander reisen. Wenn ich mit ihm reise, so ist es just so viel, als wenn ich mit Ihnen reifete. Deswegen habe ich ihn gar so lieb, weil er, des Aeußerlichen ausgenommen, ganz Ihnen gleicht und ganz Ihren Charakter und Denkungsart hat. Meine Mutter, wenn sie nicht, wie Sie wissen, zum Schreiben zu commod wäre,