Zwölftes Kapitel.
Aufenthalt in Dnri-j bis zum Torle ihr Mutter.
13. März - 3. Juli 1778.
LLlozart's Hoffnungen schienen sich in der That gleich bei seiner Ankunft in der großen Stadt verwirklichen zu wollen. Die Frau Fortuna, die in Deutschland vor ihm auf der Heerstraße hergeflohen war, schien ihn an den Thoren von Paris zu erwarten. Ein Gesicht von guter Vorbedeutung, das eines bewährten Freundes, war eines der ersten, das ihm aufstieß, als er den Ort wieder betrat, in welchem seine ruhmvolle Kindheit so viele Lor- beern geerntet hatte. Grimm, dessen sociale Stellung seit einiger Zeit sich bedeutend geändert hatte, war gegen seinen alten Bekannten immer der Gleiche geblieben. Der Schriftsteller, der nun Gesandter, und der Bürgerliche, der baronisirt worden war, lieble Mozart noch immer. Sein Einfluß und seine Verbindungen in der großen, so wie in der musikalischen Welt, wurden von Neuem sür den jungen Musiker geltend gemacht. Mozart wurde der Tischgenosse von Madame d'Epinay, von Noverre und Le Gros, der nicht weniger berühmt als die beiden Ersteren, aber für Mozart eine ungleich wichtigere Person war, weil er Direc- tor des Concert spirituel war. Die Gelegenheiten, bei denen man seiner bedürfen zu können glaubte, waren zahlreich, und sie blieben auch nicht lange aus. Capellmeister Holzbauer in Mannheim hatte vor Kurzem ein Miserere von seiner Composition dem Concert spirituel zugeschickt, damit es in der Charwoche aufgeführt

