Vorrede.

Schriften, die der reiferen Jugend zu Wegwei­sern auf ihrer Lebensbahn dienen sollen, fehlt es in un­serer Zeit, worin so viel für Erziehung und Unterricht gethan wird, wohl nicht, aber die meisten tragen auch das Gepräge des Zeitgeistes an sich. So gewiß nämlich der Herr noch mehr denn Siebentausend übrig behalten hat, die ihre Kniee nicht beugen vor den Götzen einer falschen Aufklärung, so ist doch die Mehrzahl derer, die sich Christen nennen, von dem alten, biblischen Glauben ab­gewichen und hat an die Stelle der göttlichen Offen­barung unseres Herrn, die Luther und die Reformatoren als die Grundlage unseres evangelischen Glaubens be­trachteten, die Aussprüche und Urtheile ihrer Vernunft gesetzt. Statt die Vernunft gläubig zu machen, geht ihr Streben dahin, den Glauben menschlich-vernünftig zu modeln, ein Streben, das schon viel Unheil über die evangelische Kirche gebracht hat und noch bringen wird, denn die menschliche Vernunft, wie sie in der Erfahrung