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Ist noch der Strom der Lust in Dir gehemmt?

Ist jener Andacht Reiz noch Deinem Herzen fremd,

In diesem Heiligthum zu beten und zu danken,

Gelübde edler Thaten drin zu thun?

So horch' der Sänger Lied, die. auf dem Aste schwanken Und auf dem grünen Teppich ruh'n.

Sie alle werden laut in jubelvollen Chören,

Die täglich ihre Zahl vermehren.

Wie flattern sie so froh, die bei uns ausgehalten Des Winters Druck und strenge Fastenzeit;

Wie brechen ihres Freudensangs Gewalten Aus enger Brust hervor mit tiefer Innigkeit!

Der Dompfaff' lockt mit seinem Flötenlaut Und wirbt voll Treu um seine Braut,

Der Krinitz auch grüßt froh die neuen Gäste Und gebt hervor aus seinem kalten Neste.

Längst sind sie da, die ersten Frühlingsboren,

Und bis zum Abend gießen sie

Aus kleiner Kehle Grund mit nie besiegtem Olhen')

Ihr ewiges, lustiges Tirili.

Don grauen Bergen steigen sie empor,

Der frühe Wandrer leiht entzückt sein Ohr Und strengt sich an, die Sängerin zu schauen,

Umsonst! Ein kleiner Punkt verschwindet sie im Blauen.

*) Der Verfasser pflegte stets Othen, nicht Odem zu schreiben.