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rakter zu besitzen und in allen unfern Planen und Unternehmungen veränderlich zu seyn: so wird ihre Gleichgültigkeit sich vermehren. Und im Grunde werden wir uns, da wenigstens der Schein gegen uns spricht, nicht über sie beklagen können.

Du sieheft hieraus, hoffe ich, wie ungewiß, ja wie unwahrscheinlich es sey, daß man in einem andern Beruf mehr nützen werde. In deinem gegenwärtigen bist du deS Nutzens, den du stif­ten kannst, gewiß. Und du wolltest ihn gegen etwas Unsichres aufgeben?

Und welchen Grund hättest du zu so einem ge­wagten und mißlichen Unternehmen? Keinen an­dern als Religionszweifel? Ja zu andern Zeiten wäre dieser vielleicht triftig genug gewesen. Aber jetzt wäre er es auch? Ich glaube vielmehr, daß du aus eben dieser Ursache nun doppelte Ver­bindlichkeit, Theolog zu bleiben, Haft. Jene Zweifel sind nemlich jetzt allgemein. Nun aber wäre es thöricht, zu glauben , daß alle Mitglie­der unsres Standes redlich und klug genug seyen, um Trotz ihrer Zweifel und der kritischen Zeit­umstände die gute Sache zu fördern. Wie man­cher kann durch übereilte Bekanntmachung seiner Meynungen und Verläugnung strenger Grund­sätze die Gemüther verwirren und gegen alles, was religiös heißt, erbittern! Wie mancher un­ter, uns rst vielleicht durch die falsche Anwendung

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