175
von geringerem und niederem Wesen als die Vögel. Ein großes Sinnbild für die von Gott abgewandte, an irdischen Dingen klebende Seele, wenn sie mit ungezügelter Liebe den Reichthum umfaßt.
Gott hat dir die Seele gegeben, und du willst Ihm die Sorge für deinen Leib nicht anvertrauen? Gott speiset die Vögel unter dem Himmel, und du zweifelst daran, daß Er dich, den Er nach Seinem Ebenbilde geschaffen hat, erhalten wolle? Gott kleidet die Lilien auf dem Felde, und du zweifelst, daß er dich mit Kleidung versorgen werde?
Schäme dich, daß Glaube und Vernunft in dir das nicht bewirken können, was der natürliche Instinkt im Vogel bewirkt. Sie säen nicht, sic ernten nicht, sondern überlassen Gott die Sorge für ihren kleinen Leib. Die Geizigen dagegen schenken dem Worte Gottes nicht eher Glauben, bevor sie nicht selbst für ihren Unterhalt gesorgt haben.
Der Geizige ist sehr ungerecht: denn er hat Nichts mit sich in die Welt gebracht, und doch bemüht er sich um irdische Güter so, als ob er sehr viele derselben aus der Welt mit sich nehmen wollte.
Der Geizige ist sehr undankbar: denn er genießt so viel Gutes von Gott und erhebt niemals sein Her; mit Zuversicht zum Geber aller Güter.
Der Geizige ist sehr thöricht: denn er verläßt das wahre Gilt, ohne welches kein wahrhaftes Gut

