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kommen konnte, denn er war halb berauscht und seine Zunge lallend. Er raffte sich auf und sagte: „Ich geh!" — Aber die Dirne hielt ihn, und der Matrose hielt ihn; er trank ihm zu aus vollem Glase und rief: „Wer schlecht trinkt, segelt schlecht! Schäme dich, Helgoländer!" — Und der Helgoländer schämte sich und leerte das volle Glas, siel taumelnd zusammen, und sie schleppten ihn in einem Winkel des Tanzbodens, wo er lag, ein Thier mehr als Mensch.
Die Nacht brach herein, der Hamburger Matrose war verschwunden. Daniel lag noch immer besinnungslos, und um ihn wogte Musik, Tanz und Schande.
S
Um dieselbe Stunde saß die Mutter weinend am Bette des alten Lütje Tönning. Der Tag war sehr schwer gewesen; mit Tönning wurde es von Stunde zu Stunde schlechter; er klagte wenig, aber die halbgebrochenen Augen und die Farbe des starr zusam- mensallenden Gesichtes meldeten deutlich genug, daß die letzte Stunde des Seemanns nicht fern sei. Er war bei vollem Bewußtsein, verstand auch was man ihm sagte, aber sprach nur abgebrochene Laute. „Daniel!" rief er, und einmal über das andere: „Daniel!" — „Morgen kommt er, sagte die Alte; sei ruhig! er ist in Gottes Hand." Tönning verlangte nach dem heiligen Sakramente; der Geistliche kam, empfing von ihm das Sündenbekenntniß und verkündigte ihm die

