I
«Sev Austersang war diesmal schlecht gewesen; Morgens um sünf Uhr kamen die Fischer zurück und machten traurige Gesichter, denn die Zeit war knapp und seit zwei Monaten hatte kein Fang einschlagen wollen. Der alte Lütje Tönning kam nach Hause, setzte sich auf die Bank am Ofen und nickte; der Daniel, sein Sohn, war noch am Strand bei den Kähnen. Der war ein achtzehnjähriger, kernfester Bursche, zum Seemann geboren. Don Kindesbeinen war er ans dem Wasser gewesen und hatte manchen Sturm durchgemacht. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, einmal nach Amerika zu gehn, aber der Alte wollte es nicht, denn alle Tön- nings, sagte er, liegen auf Helgoland begraben, oder unten im Meer; der Daniel soll nicht in Amerika begraben sein.
Als Daniel nach einer Stunde heimkam, fand erden Alten krank; er klagte über Schmerz in allen Gliedern und legte sich auf's Bett hin. Wenn der Lütje Tönning sich um sechs Uhr Morgens auf's Bett hinlegte, dann mußte es schon weit gekommen sein; darum war die Mutter besorgt und machte ihm Thee. Das war eine rechte Helgoländerin von altem Schrot

