15

wies. Seine Kameraden fragten ihn. wo er gewesen? aber er wollte nicht mit der Sprache heraus. Sie machten ihre Späße darüber und dichteten ihm das Böseste an. Er hielt aus und biß die Zähne zusam­men. Als ste auf dem Wasser waren, wurde ihm wohler; fort ans Hamburg, fort!

Glücklicherweise war das Geld, das er für die Austern eingenommen hatte, nicht angegriffen, sondern nur sein eigenes, an dem er lange gespart; aber das war auch fast bis auf den lebten Heller zu Ende. Un­terwegs jagte er sich alle Gedanken aus den Kopf, und arbeitete bloß was er konnte; die Kameraden wunder­ten sich, wie hastig und wild er dabei war. Um die Dörfer und Kirchtbürme bekümmerte er sich jetzt nicht, und nicht um Cuxhaven und den Leuchtthurm; nur im­mer vorwärts, vorwärts! Wenn die Wellen über Bord schlugen und ihm kalt in's Gesicht spritzten, dann athmete er auf, das war ihm Labsal. Endlich kam Helgoland in Sicht; ihm war noch nie so bange gewesen, wenn er den rothen Felsen von fern gesehn, wie diesmal. Wenn's erst überstanden wäre! dackte er. Was über­standen? Er wußte es selbst nicht; ihm war blos angst.

Der Abend war noch nicht hereingebrochen, als der Kahn landete. Der Mutter hatten sie Nachricht gegeben; ste war am Strande. Daniel ging zu ihr, da erfuhr er Alles. Ihm schwindelte; auf einmal war er oben in dem kleinen Hause; wie er die Felsentreppe hinaufgekommen, war ihm unbewußt. Hier am Todteu- bette riß sich sein Schmerz los in einen Thräueustrom. Die Mutter sagte:Er hat nur Daniel! gerufen,