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Alexandria ward unter Ptolemäos Soter der Sammelplatz und Mittelpunkt des Handels, so wie der Kunst und Literatur. Unter dem zweiten und dritten Ptolemäos erhob sich Aegypten als Seemacht; die ägyptische Schifffahrt verbreitete sich vom arabischen Meerbusen bis an die Küste Malabar. Von Ptole­mäos IV. XI. gingen nicht nur die auswärtigen Provinzen in Vorderasien und die Insel Kypros verloren, sondern das Reich näherte sich durch Sittenlosigkeit, die vom Hof ausging, seinem innern Verfalle. Kleopatra endigte diese Dynastie, nachdem sie 293 Jahre geherrscht hatte; Aegypten wurde rö­mische Provinz. (S. Alexandria, und die Ptolemäer.) Alexan­dria, in jenem Zeitraum eine der volkreichsten Städte und noch vom I. IV. Jahrhunderte unserer Zeitrechnung der Wissenschaften Sitz, ist jetzt auf ein Volksmenge von kaum 9000 Einwohnern herabgesunken. Bei der Lheilung des römi­schen Kaiserreichs unter Honorius und Arcadius ins abendlän­dische und morgenländische, ward Aegypten eine Provinz von letzterem; im VII. Jahrhundert kam es unter die arabische, und im XVI. unter die türkische Herrschaft.

Es ist schwer zu bestimmen, ob Aegypten von dem Schwert des Krieges oder von der Mißgunst der veraltenden Natur minder Unbilden erduldet habe, denn dem anderwärts zermal­menden Zahne der Zeit trotzte die Masse, woraus ägyptischer Kunstfleiß die Denkmale geformt hatte; aber wie sehr hat sich das Klima geändert. Die Stadt Syene (Assuan) lag gerade unter dem Wendekreise des Krebses. Am Lage des Solstitiums stand die Sonne über dem Scheitel der Einwohner, so daß Mittags kein Schatten zu sehen und ein Brunnen in der Stadt bis auf den Boden erleuchtet war. Durch der Franzosen, un­ter Napoleon, vergängliche Eroberung dieses Reichs ist das Andenken seiner uralten Herrlichkeit wieder erneuert, und durch die Gel-hrten Denen, Fourrier und Dupuis, die Chronologie Herodots gerechtfertigt worden; denn er ist entschieden, daß die gegenwärtige Abtheilung des Lhierkreises bei den Aegyp- tiern ungefähr 15,900 Jahre *) vor der christlichen Zeitrechnung

*) Minerva 1802. II. Band. S. 296. Die Reihe von 341 . Königen, welche der ägyptische Priester dem Herod. mit ihren Bildern, Namen und Jahrbüchern zeigte, soll statt keiner Beweise für die hohe Kultur und frühzeitige politische Staatseinrichtung eines in der Geschicht verlor­nen Völkerftammes am Nile gelten; Menschen, waren es auch Priester, konnten absichtlich betrügen, oder, selbst betrogen, andere täuschen; von den Steinen aber ist dies nicht zu fürchten, und ihre Zeugnisse sollen uns hier