Neuere Geſchichte. 17
zuerſt ihren Blick auf Polen, wo Rußland die innere Zerruͤttung zum Vorwande nahm, um die Ruhe wie— derherzuſtellen. Durch Kaiſerling's ſchlaue Vorbereitung ſiegte Repnin's kraͤftige Entſchloſſenheit, und unter dem Schutze der Ruſſ. Waffen ward 1764 Stanislaus Poniatowski zum Koͤnige von Polen er— waͤhlt. Preußen mußte, ſelbſt geſchwaͤcht und Oeſt— reich fuͤrchtend, nachgeben, und ſchloß ein Buͤndniß mit Rußland. Hierauf nahm ſich Katharina der Polniſchen Diſſidenten an, und die Generalconfoͤderation unter Radzivil, 1767, befoͤrderte Katharinens Plane. Die Annahme der neuen Geſetze ward er— zwungen; aber ploͤtzlich erzeugte die Kraft der Ver— zweiflung die Generaleonfoderation zu Bar 1768, Mit der Pforte, welche an Rußland den Krieg er— klaͤrte, weil ſie kein Ruſſ. Heer in Polen dulden wollte, verbunden, widerſtand Polen 6 Jahre den Plaͤnen Katharinens. Preußen und Oeſtreich ſahen ruhig zu; erſteres bezahlte ſogar Huͤlfsgelder. Die Landſiege am Pruth und Kagul(1770) und die Seeſiege bei Scio und Tſchesme würden Nußland die Ausführung feiner Entwürfe vollig geſichert ha— ben, wenn nicht eine verwuͤſtende Peſt, die ſich bis nach Moskau erſtreckte, der Aufſtand eines gemeinen Koſacken, Pugatſcheff, der ſich fuͤr Peter III. ausgab, und die Revolutionen in Schweden und Polen Ka— tharinens Heeresmacht auf verſchiedenen Punkten be— ſchaͤftigt und geſchwaͤcht haͤtten. Dagegen hatte zwar auf dem Schwediſchen Reichstage von 1762 die Eng— liſchRuſſiſche Parthei(die Muͤtzen) über die Franz. Parthei(die Huͤte) geſiegt; allein des Koͤnigs Adolf
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